Notizen aus dem Samland 207 III/2015

 

In Rauschen wurde Mitte Juni 2015 die „Jantar-Hall“, ein neues Musiktheater, eröffnet. Der Name wurde mit Hilfe einer Internet-Abstimmung ermittelt, an der insgesamt 2.440 Personen teilnahmen Nutzbar ist der Konzertsaal, im Bau befinden sich noch zu dem Komplex gehörige Cafés und Restaurants, eine Kongresshalle, Kinos, Einkaufsmöglichkeiten sowie eine Filiale des Kaliningrader Meeresmuseums. Nach Fertigstellung soll dieses Projekt eine Größe von 30.000 Quadratmeter haben. (Infos aus Königsberger Express 6 und 7/15). Leider ließ sich kein aktuelles Foto dieser gigantischen Anlage finden, vermutlich auch deshalb, weil es sich zu großen Teilen noch um eine Baustelle handelt. Es liegt in dem bewaldeten Gelände oberhalb der Steilküste zwischen der Treppe, die zur Sonnenuhr führt, und dem Hotel Rus.

Die Route einer Oldtimer-Rallye unter dem Namen „Königsbergs goldener Schatten“ führte durch das Samland – von Kaliningrad über Pillau bis nach Rauschen, die Gesamtstrecke betrug 174 Kilometer. 72 Fahrzeuge aus sechs europäischen Ländern nahmen Ende Mai 2015 an dieser Veranstaltung teil. Eines der ältesten Automobile war ein Sperber, im Jahr 1911 von den Norddeutschen Automobilwerken in Hameln gebaut, der sich immer noch in technisch einwandfreiem Zustand befindet, siehe Abbildung auf der nächsten Seite. (aus Königsberger Express 7/15, S. 12)

  51 - Sperber_1911_geschlossenSperber aus dem Jahre 1911, als man auch mit dem Automobil noch nicht ganz so schnell vorwärts kam. Foto: wikipedia (gemeinfrei)

 

Bei der Regionalwahl für das städtische Parlament in Baltisk gab es eine sehr geringe Wahlbeteiligung von nur 48 Prozent. Überraschend war jedoch für Beobachter, dass die Kremlpartei „Einiges Russland“ kein Mandat gewinnen konnte, von 15 Sitzen gingen 12 an unabhängige Kandidaten, drei weitere an Kandidaten von anderen Oppositionsparteien. Gerichte und Wahlkommissionen hatten verschiedene von der Obrigkeit zuvor ausgeschlossene Oppositionskandidaten wieder zur Wahl zugelassen, was die Bevölkerung durch ihr Votum jetzt honorierte. (s. http://www.kaliningrad.aktuell.ru)

Am 13. September 2015 werden die Gouverneurswahlen im Kaliningrader Gebiet stattfinden, bei denen sich der bisherige Gouverneur Nikolaj Zukanow für eine zweite Legislaturperiode zur Wahl stellt. Um das zu ermöglichen, ist es notwendig, dass Gouverneur Zukanow zuvor sein Amt niederlegt, er übt zurzeit die Aufgaben des Gouverneurs nur stellvertretend und vorübergehend aus. (s. Königsberger Express 7/15, S. 6)

Veranstaltet durch das deutsche, das polnische und das litauische Generalkonsulat in Kaliningrad sowie durch die Staatliche Technische Universität und die Baltischen Föderale Universität I. Kant und mit Unterstützung der Regierung der Kaliningrader Oblast, der Stadt Kaliningrad und der beiden Nationalparks auf der Kurischen Nehrung fand im Juni eine internationale Konferenz zum Thema: „Klimawandel im Ostseeraum und seine Auswirkungen heute“ statt. Wissenschaftler aus vielen Ländern diskutierten über Fragen des Klimawandels und dessen Auswirkungen speziell im Großraum der Kaliningrader Oblast und den angrenzenden Gebieten. (mehr auf der Internetseite des Generalkonsulats in Kaliningrad: http://www.germania.diplo.de/Vertretung/russland/de/04-kali/0-gk.html)

Nach knapp drei Jahren verabschiedete sich der amtierende vierte deutsche Generalkonsul Dr. Dr. Rolf Friedrich Krause Anfang Juli im Rahmen eines Empfangs von ca. 60 deutschen und russischen Gästen aus Politik und Wirtschaft. In seiner Rede bezeichnete er als vordringliche Aufgabe des Konsulats in der jüngeren Vergangenheit „die Brücken nicht abzubrechen, die bestehenden Kontakte aufrecht zu erhalten und da, wo möglich, zu intensivieren.“  (s. Königsberger Express 7/15, S. 6)