Notizen aus dem Samland 230/II 2021

Millionen für Bodenentwässerung

Das Kaliningrader Gebiet stellte rund 50 Millionen Rubel für die Sanierung einer Pumpstation bei Heinrichswalde/Slawsk zur Verfügung, so die Pressestelle der Kaliningrader Gebietsregierung. Damit sollen 4.000 Hektar Land trockengelegt werden. Mit ihrer Hilfe können nun rund 500 Hektar umliegender Flächen entwässert werden. In diesem Jahr sind 104 Millionen Rubel für die Verlegung von 800 Kilometern unterirdischer Entwässerungs- rohre sowie den Aushub von 119 Kilometern Etwässerungsgräben eingeplant. Dies soll die Überschwemmung von Ackerland und Siedlungen auf einer Fläche von 5.400 Hektar verhindern.

Fahrt auf die Nehrung wird teurer

Eine Fahrt mit dem eigenen Pkw auf die Kurische Nehrung wird im Sommer im Familienhaushalt eines Normalverbrauchers ein spürbares Loch reißen. Die Gebühr pro Fahrzeug kann zu Beginn der Hauptreisezeit bis zu 1.000 Rubel (ca. 11 Euro) betragen. Dies erklärte kürzlich der Direktor des Nationalparks Anatolij Kalina in einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Klops“ auf „Clubhouse“. „Steigt der Besucherandrang im Sommer, wird die Gebühr für die Einfahrt entsprechend weiter angehoben, vermutlich auf 500 bis 1.500 Rubel pro Auto“, sagte er. Es sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, dass sich die Kosten für die Einfahrt mit dem eigenen Auto auf die Kurische Nehrung seit Jahresbeginn bereits verdoppelt haben. Vor Ort befinden sich mehrere Parkplätze mit einer Gesamtkapazität von 1.100 Kraftfahrzeugen. Weitere 600 Stellplätze existieren in den drei Siedlungen auf der Nehrung.

Per Rad von Nehrung zu Nehrung

Der erste, 34 Kilometer lange Abschnitt eines neuen Radweges von der Kurischen zur Frischen Nehrung wird nicht wie ursprünglich geplant im Juli, sondern erst gegen Ende 2021 fertiggestellt werden. Der erste Abschnitt verläuft von der Nehrung bis zur Siedlung Groß Kuhren/Primorje. Der zweite, 60 Kilometer lange Abschnitt wird sich bis Pillau/Baltijsk erstrecken. Nach seiner Fertigstellung wird der Radweg dieKurische und die Frische Nehrung miteinander verbinden. Mit dem Bau des Radweges wurde bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 begonnen.

Alles wird teurer

Laut Statistikamt wurden in Russland im Zeitraum von Januar 2020 bis Januar 2021 folgende Waren teurer: Zucker um 64 Prozent, Pflanzenöl um 26,1 Prozent, Graupen und Hülsenfrüchte um 20,7 Prozent, Teigwaren um 13 Prozent, Hühnereier um 18 Prozent, Obst und Gemüse um 16,3 Prozent. Im Kaliningrader Gebiet verteuerten sich ebenso Fleisch und Fischwaren, wie Hammelfleisch, Räucherfisch und marinierter Fisch, sowie Obst und Gemüse. Aufgrund einer starken Verteuerung von Zucker und Pflanzenöl waren deren Preise Ende 2020 von der Zentralregierung eingefroren worden. Ein deutlicher Preisanstieg ist allerdings auch in anderen Bereichen nicht zu übersehen. Eine Preisexplosion sei ebenso bei einigen Medikamenten zu verzeichnen. Auch Thermometer und Spritzen kosten mittlerweile fast 30 % mehr. Die größten Preissprünge waren bei elektrischen Bügeleisen und Mikrowellen (um 11,2 %), bei Hemden für Jungen (um 6,5 %), bei Herren-Unterhosen (um 6,4 %) sowie bei Shampoos (um 6 %) zu verzeichnen. Auch Eheringe wurden seit Januar 2020 um 58 % teurer.

Stromkunden bitten um Entlastung

Der erneute Anstieg der Stromtarife bringt die Wirtschaft der Kaliningrader Region in Schwierigkeiten, die selbst die Privilegien der Sonderwirtschaftszone nicht aufwiegen können. Dies berichtet die Moskauer Zeitung „Kommersant“ unter Berufung auf die Industrie- und Handelskammer Kaliningrad. Vertreter der Geschäftswelt wandten sich mit der Bitte an den Ministerpräsidenten der Russischen Föderation Michail Mischustin, die Stromtarife und Kapazitäten für die Verbraucher auf dem Niveau der zweiten Jahreshälfte 2020 zu halten. „Im vergangenen Jahr 2020 kam es wegen der Corona-Pandemie zu starken Einschnitten im Industrie-, Handels- und Dienstleistungsbereich. Eine Reihe von Unternehmen musste schließen, Tausende Gebietsbewohner wurden erwerbslos. Die Folge davon ist ein Wachstum der sozialen Spannungen in der Region“, heißt es im Schreiben an den Ministerpräsidenten. Die entstandene Lage werde dadurch verschärft, dass die Stromkosten um 20 bis 55 Prozent gestiegen seien. Viele Verbraucher seien außerstande, die Stromrechnungen zu zahlen. Die Verschuldung nehme zu und führe zu einem Produktionsrückgang oder gar zur Stilllegung der betroffenen Produktionsbetriebe.

Volleyball-WM 2022 in Königsberg

Die nächste Volleyball-Weltmeisterschaft findet laut Beschluss der Fédération Internationale de Volleyball FIVB vom 26. August bis 11.September 2022 in den zehn russischen Städten Moskau, St. Petersburg, Kaliningrad, Jaroslawl, Kasan, Jekaterinburg, Ufa, Nowosibirsk, Kemerowo und Krasnojarsk statt. Zur Teilnahme an der WM angemeldet haben sich 24 Nationalmannschaften, darunter auch der Gastgeber Russland. In Königsberg/Kaliningrad sollen die Turniere in der Sporthalle „Jantarny“ ausgetragen werden. Diese hat sich bei Klubmeisterschaften auf nationaler und europäischer Ebene bewährt.

Quelle: Königsberger Express