Notizen aus dem Samland 238/II 2023

Flugverbot für Drohnen

Im Kaliningrader Gebiet werden Drohnen demnächst verboten. Das Flugverbot erstreckt sich auf alle unbemannten Flugkörper unabhängig von Größe und Gewicht. Ausgenommen vom Verbot sind nur Drohnen der Behörden und von Unternehmen der Rüstungsindustrie sowie der Kraftstoff- und Energiewirtschaft. Das Flugverbot gilt nicht nur dem Einsatz jeglicher Art von Drohnen, sondern auch die Verwendung beliebiger funkgesteuerter Flugzeuge, Hubschrauber, Modellflugzeuge und Multirotorsysteme. Nach russischem Gesetz gelten selbst fliegende Kinderspielzeuge als Drohnen – zumindest solche, die ferngesteuert sind.

Medikamente werden knapp

Ausländische Pharma-Unternehmen reduzieren die Lieferung ihrer Erzeugnisse ins Gebiet. Arzneimittel in Apotheken werden infolgedessen teurer. Bei einigen von ihnen sei jetzt schon eine zehnprozentige Verteuerung zu verzeichnen.

„Kurische Nehrung. Eine Reise in Bildern“

Die Kurische Nehrung, ein langer, schmaler Sandstreifen zwischen der Ostsee und dem Haff, ist zweifellos eines der Naturwunder unseres Planeten. Die Schönheit und Einzigartigkeit dieser Gegend vermögen jeden Besucher in ihren Bann zu ziehen.
„Eine Reise in Bildern“ des namhaften Fotografen und Reporters, Igor Sarembo, gewährt dem Betrachter einen Einblick in das Leben auf der Kurischen Nehrung, zeigt ihm die Pracht ihrer Sanddünen und Wälder und lässt Erinnerungen an salzig frische Meeresluft, den Duft von Kiefern, Schilf und Feldblumen wach werden. „Kurische Nehrung. Eine Reise in Bildern“ gebundene Ausgabe, zweisprachig (russisch und deutsch), 180 Seiten, 140 Fotos, Preis 14,90 Euro mit Versand nach Deutschland.Bestellungen unter:
„Königsberger Express“, E-Mail:
koenigsberger.express@gmail.com

„Marsch des Lebens“

In Jantarny fand der jährliche „Marsch des Lebens“ statt. Dieser ist dem Gedenken an die Opfer des Holocaust gewidmet. Der Marsch begann am Massengrab in Germau. Er folgte genau demselben Weg, den die Häftlinge des KZs Stutthof bis zu ihrem Tod im eisigen Wasser der Ostsee gegangen waren. Der zehn Kilometer lange Marsch endete in Jantarny mit einer Trauerkundgebung an dem Mahnmal für die Opfer des Holocaust. Das Mahnmal steht an dem Abschnitt der Ostseeküste, an dem Ende Januar 1945 eines der schrecklichsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts stattgefunden hat. Auch Gouverneur Anton Alichanow und der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kaliningrad Hans Günther Mattern nahmen daran teil.

Zeichentrickfilm über Immanuel Kant

Das Art-Studio „Sand of Israel“ hat in Anlehnung auf eine Erzählung der russischen Autorin Ludmila Tschebotarjowa einen Zeichentrickfilm erschaffen, der in YouTube hochgeladen wurde und großen Zuspruch erhielt. Die Hauptfiguren von Erzählung und Film sind der Philosoph Immanuel Kant und sein Diener Martin Lampe. Diese Episode liegt einem Zeichentrickfilm zugrunde, der vor Kurzem in Israel gedreht wurde. Die Arbeit des Art-Studios „Sand of Israel“ ist ausgeführt in der Technik der Sandmalerei.

Bach-Tage im Dom

Ende März fand in Kaliningrad eine Johann Sebastian Bach gewidmete, mehrtätige Musikveranstaltung statt. Auf dem Programm standen nicht nur die Werke des großen Komponisten, sondern auch die seiner Zeitgenossen und Nachfolger: Reger, Saint-Saens, Ysaye, Messiaen und weiterer. Eine ungewöhnliche Programmauswahl traf der als Künstler des Volkes ausgezeichnete Alexander Knjasew, der vor sechs Jahren die Idee zu dieser Musikveranstaltung gab. Er trug Klavierwerke von Bach in einer eigenen Bearbeitung für Orgel vor, die beim Publikum ebenso großen Anklang fanden, wie der die Veranstaltung beschließende Auftritt von Jekaterina Melnikowa, einer Preisträgerin der Londoner Royal Academy of Music in der Sparte Orgelimprovisation.

Haus der Bernsteinmode

Das Bernsteinkombinat hat für Künstler, Designer und Schmuckhersteller einen neuen Kreativraum mit der Bezeichnung „Haus der Bernsteinmode“ eröffnet. Das Haus für Mode ist in einer zweistöckigen Villa aus der Vorkriegszeit untergebracht, die früher Juwelierwerkstätten beherbergt hatte. Gezeigt wurden bei der ersten Schau exklusive Kollektionen mit Bernsteinschmuck Kaliningrader Modedesigner und von Meistern der Hochzeitsagentur „Carteli“ sowie Stücke von jungen Künstlerinnen und Künstlern.

Sanierung verschoben

Das Bernsteinmuseum hat den Vertrag mit einem Planungsbüro gekündigt, das ein Projekt für die Sanierung eines der Gebäude der ehemaligen Königsberger Bernsteinmanufaktur erstellen sollte. Nach der Sanierung sollen dort Ausstellungsräume entstehen. Vom Planungsbüro seien die im Vertrag vereinbarten Fristen nicht eingehalten worden, sodass sich der Beginn der Sanierung um ein weiteres Jahr verschoben habe, teilte Swetlana Sagrebina, Leiterin des Bernsteinmuseums, der Nachrichtenagentur „Newkaliningrad“ mit und drückte dabei ihren Ärger aus. Das Museum habe jetzt mit dem Unternehmen „Wostotschnoprusskij Landschaft“ („Ostpreußische Landschaft“) einen neuen Vertrag abgeschlossen. Demnach sollen die Arbeiten ab Vertragsunterzeichnung innerhalb maximal eines Jahres, also bis Ende 2023, abgeschlossen sein.

„Omas Fotoalbum”

„Der Mensch stirbt, die Erinnerung bleibt“. In Kaliningrad ist die Ausstellung „Omas Fotoalbum“ eröffnet worden. Jedes Ausstellungsstück in diesem Museum ruft Erinnerungen wach. Genauso ein deutsches Büfett stand damals bei uns zu Hause und an der „Singer“-Nähmaschine nähte meine Großmutter den Uniformmantel meines Vaters um. Mit einer solchen Handtasche, einem Pompadour, den ich als Kind albern fand, lief meine Tante herum und sie hatte außerdem auch einen Muff, dem wir Kinder skeptisch gegenüberstanden. Er störte nur dabei, jemanden an die Hand zu nehmen oder zum Beispiel einen Schneeball zu machen. Warum treten einem die Tränen in die Augen, wenn man diese alte Schreibmaschine sieht und sich an den Lichtstreifen aus Papas Büro und das leise Geklapper der Tasten erinnert? Warum sind diese Bruchstücke eines in der Vergangenheit verschwundenen Lebens so beunruhigend? „Das Gedächtnis stirbt niemals mit dem Menschen, es wird von Generation zu Generation weitergegeben“, sagt die Hüterin dieses kleinen und doch so anrührenden Museums.

Illegaler Bernstein

In Kaliningrad wurde laut Pressestelle der Polizeiverwaltung ein illegales Handelsnetz für Bernstein ausgehoben. Die Polizei beschlagnahmte Maschinen und Ausrüstung sowie Motorboote, Tauchausrüstung, Computertechnik und Geld. Die Täter haben illegal geförderten Bernstein im großen Stil aufgekauft, weiterverarbeitet und dann abgesetzt. Dazu waren geheime Werkstätten und Lagerräume in Garagen, Wirtschaftsgebäuden und Büros eingerichtet worden, in denen nun ca. 15 Tonnen Rohbernstein im Wert von über 25 Mio. Rubel entdeckt und sichergestellt wurden. Derzeit folgen noch weitere Untersuchungen.

„Wie wir die Küste nutzen, ist verkehrt“

„Stürme richten dort die größten Schäden an, wo die Küste falsch genutzt wird – Bäume werden gefällt und der Küstenstreifen entwaldet“, sagte Barinowa. „Bauten werden beispielsweise zu dicht am Wasser errichtet und wir fragen uns anschließend: Warum hält die Promenade in Swetlogorsk nicht stand? Weil sie ohne Berücksichtigung der Sturmverhältnisse gebaut wurde. Oder ein anderes Beispiel: In Kaliningrad sind Winde aus südwestlicher Richtung vorherrschend. Das bedeutet, dass man größere Bauten nicht im südwestlichen, sondern im nordöstlichen Teil der Stadt errichten sollte.“

Quelle: Königsberger Express

Neues Museum in Cranz

In Cranz wurde kürzlich ein neues Museum eröffnet, welches einen Miniaturnachbau des alten Königsberger Zentrums zeigt. Aufgrund der derzeitigen Umstände im russischen Teil des Samlandes stehen derzeit keine weiteren Informationen zu diesem Museum zur Verfügung.